Man kommt ja gegen Ende des Jahres doch nicht ganz umhin ein wenig zu bilanzieren. Also um es mal vorsichtig zu formulieren, bei mir ist der Aufschwung noch nicht angekommen. Weder in der Hotelbranche noch im Filmbusiness sind die Löhne gestiegen. Und im Showgeschäft sah es finanziell auch nicht viel besser aus.
Nur mal so aus Spaß, eine Aufzählung meiner Komparsenjobs 2007: Bestatter, Freier im Bordell, Müllsammler, Geschworener in Bastian Pastewkas Albtraum, Mitarbeiter der Lebensmittelbehörde (1945, also NSDAP-Mitglied) und Volksmusikfan (Weihnachtsshow mit Anke Engelke und Bastian Pastewka). Sollte 2008 mal ein notgeiler Nazi-Penner mit schlechtem Musikgeschmack und Albtraum-Fresse gesucht werden, scheine ich die Idealbesetzung zu sein. Ich habe der Agentur ein neues Foto geschickt.
Ich bin jetzt schon fast zwei Jahre Nachtportier und noch immer war kein Detektiv da, der mir ein Foto vorhielt und versuchte meinem Gedächtnis mit Geldscheinen, die er mir in die Brusttasche steckt, „ein bisschen auf die Sprünge zu helfen“. Nur einmal hatte ich einen Privatdetektiv als Gast und der war wirklich eine Enttäuschung, da es sich, mit Verlaub, um einen Vollidioten handelte. Ich habe Daniel Lopez eine Cola-Light verkauft, aber als Nora Tschirner eincheckte, hatte ich frei. Umgekehrt wäre besser gewesen. Ich hoffe allerdings, dass Nora Tschirner etwas anderes als Cola-Light trinkt. Meine Lieblingsgäste waren ein schottischer Caddy (Remy Martin und Kaffee) und ein sächsischer Koch (dunkles Weizen). Gäste, die mich inspiriert haben, waren unter anderen ein hessischer Geschäftsmann, der anderen Gästen erzählt hat, wie viel Zentimeter Dickdarm ihm bei seiner Krebsoperation entfernt wurden (27), und eine Alkoholikerin, der ich Manfred Krug vorgespielt habe.
Ich mag das Wort Kleinkunst ja nicht, weil ich dann sofort an Frauen mit Doppelnamen denken muss, die erotische Chansons zum Sonntags-Brunch vortragen. Deshalb nenne ich es ja immer „Show-Business“, soviel Selbstbetrug sollte erlaubt sein. Jedenfalls habe ich 2007 ziemlich viel Zeit auf Bühnen (Steinen, Tischen, mäßig getarnten Europaletten...) verbracht, und das war schön. Meine Neigung mir durch das Freibier, dass ich bei solchen Gelegenheiten in der Regel bekomme, einen ernsthaften geldwerten Vorteil zu verschaffen, ist allerdings bisweilen ein wenig bedenklich.
Silvester mache ich es mir leicht, ich arbeite einfach. Das wäre mal ein Tipp für „Simplify your life“. Guten Rutsch, bis nächstes Jahr!
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2 Kommentare:
Silvester zu arbeiten ist eigentlich eine gute Idee und verhindert den Partystress. Zumal, wenn man evtl. Nora Tschirner treffen könnte!
Leider darf in meiner Firma nur Montags bis Freitags von 6 bis 21 Uhr gearbeitet werden. So ein blöder Job...
Vielleicht blöder Job, aber super Schuhe! (siehe Smithees Blog)
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