Freitag, 21. März 2008

Karfreitag

Ich hatte mal einen Kollegen, Gregor Möller, der war ein reiner Repertoire-Humorist: Auf die Frage „Wie geht’s?“ antwortete er immer mit „Gestern ging’s noch“. Er ging nie einfach zur Toilette, sondern stets „Für kleine Königstiger“ und wenn unsere Verschnürmaschine mal wieder den Geist aufgab kommentierte er das mit den Worten „Technik, die begeistert!“, was ihm aber keinesfalls die Laune verderben konnte, denn: „Tumor ist, wenn man trotzdem lacht“.

Er konnte die ersten beiden Otto-Platten auswendig, bewegte sich mit schlafwandlerischer Sicherheit aber ebenso auf dem schwierigen Parkett des Handwerkerwitzes („Ihr Elektriker habt doch alle nen kurzen in der Hose“ „Nach fest kommt locker!“) wie im Bereich der sogenanntenSpontisprüche“ („Arbeit macht Spaß, ich könnte stundenlang dabei zuschauen.“)

Jeden Morgen um viertel nach sieben zündete er sich eine Zigarette an und sagte: „Dann wollen wir mal unter Dampf weiterarbeiten.“

Als ich heute las, dass die Gläubigen auf den Philippinen sich zur Feier des Karfreitags gerne mal kreuzigen lassen, und zwar mit echten Nägeln, musste ich an Gregor Möller denken, der, egal was ich ihn fragte, immer gerne antwortete: „Woher soll ich dass wissen? Bin ich Jesus? Hab’ ich Löcher inne Hände?“

1 Kommentare:

Smithee hat gesagt…

"Repertoire-Humorist" ist ein wunderbares Wort, das ich sofort in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen werde!