Und sind sie nicht in deinem Kopf, dann sind sie nirgendwo. Herr Heller ist zwar Schuld am Circus Roncalli, aber wo er Recht hat, hat er Recht. Wer Bungeejumpen muss, um etwas zu erleben, ist ein Wicht. Seit Jahren rate ich übrigens von Wildwasser-Rafting in Gegenden ab, in denen die Menschen an Wiedergeburt glauben, aber das nur nebenbei. Mir ist es immerhin gelungen mir auf der Wildwasser-Rutsche im Centerparc das Knie aufzuschlagen. Ich zeigte C. die Verletzung stolz wie ein 11jähriger. Ich alter Abenteurer war nämlich verbotswidrig mit dem Kopf zuerst gerutscht. Bin halt doch geboren, um wild zu sein!
„Ich verabscheue Euch wegen Eurer Kleinkunst zutiefst“ (Tocotronic)
Habe ich früher gerne mitgesungen. Ich benutze als Berufsbezeichnung ja gerne „Humorist“. Mein Buch kann man ab heute im „Kleinkunstkiosk“ kaufen (aber auch bei Amazon und bei Gemischtwaren.com). Ich trete auf Kleinkunstbühnen auf. In meinem Alter wirft man ohnehin mit tiefer Abscheu nicht mehr so wild um sich. Sie ist für die wirklich bösen reserviert. Jongleure kriegen trotzdem kein Geld.
„Deutschlandlied“ (Joseph Haydn)
Jeden Sonntag um kurz vor sieben abends gehe ich durch die Hohe Straße zur Arbeit. An dem Musiker vorbei, der dann immer (in Zahlen: immer) „Norwegian Wood“ singt. Sehr schön übrigens. Komischerweise ist die Fußgängerzone Sonntag abends voll, vielleicht freuen sich die Leute auf Montag, wenn sie endlich wieder etwas kaufen können. Und dann: Mittendrin ein Obdachloser, der das Deutschlandlied auf der Blockflöte spielt. Ohne Text ist es eigentlich ganz schön. Ich verstehe es als poetischen Kommentar.
„Dancing in the street“ (Martha and the Vandellas)

Letzten Samstag habe ich mit meiner kleinen Gewerkschaftscombo in Köln ein bisschen mit die streets reclaimed. Wir gaben einige 100 Jahre alte amerikanische Arbeiterlieder zum Besten, die Jugend stellte extra ihren Ghettoblaster für uns ab. Die Presse war sich uneins: Eine Spontandemonstration von Globalisierungskritikern vielleicht? Die Frisuren sprachen schließlich dafür. Der Express fand heraus, dass es sich wohl um einen Flashmob gehandelt haben muss, und erklärte lang und breit, was ein Flashmob ist. Seit wann aber dauern Flaschmobs sechs Stunden?
„In the dutch mountains“ (The Nits)
"Kein Glück im Osten" (Bernd Begemann)
Meine Geschichte "Freunde des Münzfernglases" ist nicht für den "MDR-Literaturpreis" nominiert worden.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen